Bericht des Beauftragten für Information und Kommunikation
9.11.2000
im Vorstandsbereich
Information und Pressewesen: Prof. Dr. K. Wandelt
Für das Auffinden von Dokumenten im weltweiten Internet werden die
Online Dokumente mit maschinenlesbaren Zusatzinformationen, sog. Metadaten
versehen. Damit dies funktioniert, müssen diese weltweit einheitlich
standardisiert werden.
Ausgehend von den Diskussionen auf der von der DPG ausgerichteten
internationalen Tagung IuK99 Dynamic Documents
wurde zunächst in USA eine Open Archive Initiative gegründet.
Ziel ist, einen internationalen und offenen
Standard zu setzen für die Schnittstelle zwischen
den weltweit verteilten lokalen Dokumenten von
Anbietern (Fachbereiche,
Universitäten) und den unzähligen Suchmaschinen.
Mitarbeit des DPG-Vertreters in der technischen Gruppe.
[OAI]
Die internationale Metadaten-Sprache und Standards-Festlegungen werden durch die
Dublin Core Initiative getroffen.
Mitarbeit des DPG-Vertreters als
Cochairman in der neuen die Interessen der wissenschaftlichen
Fachgesellschaften vertretenden
Special Interest Group
DC:Collaboratory
Im DFG-Vorhaben Dissertationen Online wurden nun die Regeln verabschiedet,
die den Workflow der Online Dissertationen von den Fachbereichen aller
Fächer über
die Universitätsbibliothek zu Der Deutschen Bibliothek regelt.
Die Physik war für die rechtlichen Fragen und Retrieval zuständig.
Um ein bundesweites für alle Fächer einheitliches Nachweissystem
von Dissertationen aufzubauen, wird die DPG gebeten, Dissertationen Online
beizutreten. Sie würde damit übernehmen, ihre Fachbereiche zu informieren
und dem Prinzip offener Standards und der kostenfreien Volltext-Erstverbreitung
durch die Hochschulen zuzustimmen.
[DissOnline]
Die DPG tritt als
Fachgesellschaft dem nationalen fächerübergreifenden Vorhaben
Dissertationen Online bei.
Für die Kennzeichnung der suchbaren Informationen
aus den Homepages von Fachbereichen und von einzelnen Wissenschaftlern wurde
zusammen mit der DMV ein Metadatensatz erarbeitet. Es wurden hierzu
Werkzeuge geschaffen, die es den Nutzern erlauben, ohne Kenntnis der
Metadatensprache diese Metadaten der Homepage beizufügen.
Diese Konzeption, die Definition der Metadaten und die Werkzeuge wurden inzwischen
von der IMU, der EPS, sowie national der IuK empfohlen.
Die Umsetzung (Information und Schulung der Fachbereiche und Wissenschaftler)
ist eine Herausforderung für die DPG.
Die DPG ist Mitglied der Initiative Information und Kommunikation
der wissenschaftlichen Fachgesellschaften in Deutschland IuK.
Diese hat auf ihrer Herbsttagung beschlossen,
die Präsidenten ihrer
Fachgesellschaften zu bitten, der Öffentlichkeit eine gemeinsame
Empfehlung zur Zukunft der Gestaltung und Förderung
eines leistungsfähigen Informationssystems, das auf den in den
Forchungsinstituten und Fachbereichen erzeugten wissenschaftlichen Dokumenten aufbaut,
sowie zur dafür notwendigen Neugestaltung der Hochschulinfrastrukturen
vorzulegen. Hierzu wurde im Oktober eine Autorengruppe berufen, die diese
Empfehlung entwerfen soll.
Dem IuK Beauftragten des DPG-Vorstandes wurde die Federführung
übertragen.
[Initiativgruppe
]
Die IuK hat weiterhin beschlossen, die Konzepte von Fachportalen,
insbesondere der Metadaten aus der Physik und Mathematik auf andere
Fächer zu übertragen und auf ein kohärentes Gesamtsystem hinzuarbeiten.
[AG Vernetzung
]
Die IuK wirkt als Vertretung der wissenschaftlichen Fachgesellschaften in
Deutschland. Sie veranstaltet Workshops sowie je Jahr eine internationale
Tagung.
Sie gibt fächerübergreifende Empfehlungen heraus, die in
Kommissionen erarbeitet werden (derzeit: AK Metadaten, AG Vernetzung, AK e-Journals,
AK Dissertationen Online). Sie berät die
Förderinstitutionen.
[IuK-Initiative]
Vertreter der DPG in der IuK sind
Dr. W. Ziegler (Jena) und Dr. D. Görlitz (Hamburg) als gewählte Vertreter
der Fachinformationsbeauftragten der Fachbereiche der Physik
sowie Proff. Dres. K. Wandelt und E. R. Hilf als vom Vorstand der DPG benannt.
Stellvertreter sind Dr. M. Bischoff (Darmstadt) und Dr. R. Oberhage (Essen).
Die IuK-Physik veranstaltet einmal jährlich einen Workshop für die
Fachinformationsbeauftragten der Fachbereiche und Forschungsinstitute der
Physik in Deutschland , die DPG und interessierte Provider
(1./2.2000: 'Das Physik-Portal im Internet'; Physik-Zentrum Bad Honnef;
[IuK-Physik
]
Die IuK-Physik hat eine enge technische Kooperation mit der IuK-Mathematik
des DMV.
Die 'Sichtbarkeit' der IuK-Physik, der Fachinformationsbeauftragten der
Fachbereiche und Institute innerhalb der DPG muß verbessert werden,
um die Autoren und Nutzer, die Verantwortlichen und Provider
von Physik-Informationen flächendeckend zu erreichen.
Die DPG richtet eine Fachgruppe 'Information und Kommunikation
in der Physik' ein.
Für die DPG wurde schon im Januar 1994 eine Physik-Homepage entwickelt.
Aus ihr ging der nationale Teil des Dienstes PhysNet Physics Networks
hervor
[PhysNet].
Er enthält
-
PhysDep, eine verbindliche Liste der Links zu allen deutschen
Physik-Institutionen und Fachbereichen mit Suchmaschine,
-
PhysDoc, eine Liste von lokal an den Fachbereichsservern aufgelegten Dokumenten,
Publikationslisten, etc. mit Suchmöglichkeit,
-
eine Liste von Links zu den ca. 50 frei zugänglichen
Volltext-Zeitschriften der Physik, wie z.B. NJP.
-
eine fachlich geordnete Liste von Links zu
online verfügbaren Lehr und Lernmaterialien der Physik,
-
Listen der Server für Stellenmärkte und Konferenzen in der Physik,
-
Freie Programme für Autoren und lokale Webbeauftragte zur
Impelmentation von Metadaten, zur Verwaltung von lokalen Dokumentensammlungen,
-
eine Metasuchmaschine MetaPhys, die in den großen zentralen
Dokumentenservern sucht (vom LANL-ArXiv Preprint server bis zu Elsevier).
Ein entsprechendes 'Portal' gibt es für die Meeresforschung
MareNet
und für
die Mathematik
Math-Net.
Alle diese Dienste müssen entsprechend den Anforderungen aus ihrer
Wissenschaft möglichst alle weltweit verteilten Informationsanbieter
(Fachbereiche, Institutionen, Provider) absuchen,
einen weltweiten Standard für die Kennzeichnung von Dokumenten verwenden,
eng verwandte Organisationsstrukturen für alle Fächer haben,
gesichert gegen den Ausfall einzelner Server aber offen für jedermann
zugänglich sein, und nicht von kommerziellen Providern oder einer einzelnen
Fachgesellschaft majorisiert werden können.
Daher wurde für MathNet und parallel dazu PhysNet
eine Charter entworfen, die diese Anforderungen festschreibt,
einen Weg für die Standardisierung weist und die technische Realisierung
klärt.
Dieser Entwurf einer internationalen Charter zur Kooperation der
nationalen Fachgesellschaften eines Faches wird gegenwärtig im
Action Committee for Publication and Scientific Communication der EPS für die
Physik-Fachgesellschaften in Europa sowie von der Workgroup
Information in Physics der IUpaP diskutiert.
Finanziert wird das Gesamtsystem, in dem jede nationale Fachgesellschaft
ihre nationalen Teildienste (z.B. offizielle Linklisten ihrer Institutionen,
Betreibung eines Spiegels des Gesamtdienstes) selbst finanziert
und im technischen Ausschuß des Gesamtsystems mitarbeitet.
Dies wird z.T. von den Fachgesellschaften an Institutsarbeitsgruppen
delegiert (Irland, Australien, Russland), teils durch Verträge
mit einem kooperierenden Verlag (Frankreich, UK, USA) realisiert.
Die DPG stimmt dem Entwurf der Charter und will an ihrer weiteren
Entwicklung mitarbeiten. Der Entwurf ist im Anhang beigefügt.
[Charter
]
Die IMU (Int.Math.Union) hat eine entsprechende Charter für Math-Net
vor kurzem beschlossen.
Das Institut für Science Networking an der Universität Oldenburg
betreut
die Software der EPS für das Gesamtsystem.
Einige der Länder, die in PhysNet bereits mitarbeiten, sind
Australien, Dänemark, Frankreich, Indien, Irland, Russland, Ungarn.
Es würde die Stellung der DPG entscheidend stärken, wenn sie
der Charter zustimmt.
13. 11. 2000; Eberhard R. Hilf; hilf@merlin.physik.uni-oldenburg.de